Tourismus in Sachsen

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Bergwerke

Halsbrücke

Die Gemeinde Halsbrücke mit ihren Ortsteilen Conradsdorf, Erlicht, Falkenberg, Haida, Halsbrücke, Hetzdorf, Krummenhennersdorf, Niederschöna, Oberschaar und Tuttendorf liegt im Landkreis Mittelsachsen, nordöstlich von Freiberg. Das Wahrzeichen von Halsbrücke ist die in den Jahren 1888/89 erbaute Hohe Esse mit einer Höhe von 140 m. Mit dieser enormen Größe war sie einst die höchste Ziegelesse Europas. Im Jahre 1612 gab es hier eine Schmelzhütte und von 1791-1857 ein Amalgamierwerk zur Aufbereitung von Silbererz, welches im Jahre 1815 mit der ersten Gasbeleuchtung Europas ausgestattet wurde. Sehenswert ist ebenfalls der Bergwerkskanal mit einem 12 m hohen Kahnhebehaus (erbaut 1785 - es gilt als das erste europäische Schiffshebewerk). Ein weiteres interessantes Bauwerk ist die Altväterbrücke. Entstanden ist diese etwa 70 Meter lange Steinbogenbrücke um das Jahr 1500 und wurde von 1686 bis 1715 als Aquädukt zur Aufnahme eines Kunstgrabens genutzt. Heute ist nur noch der untere Teil des 1893 gesprengten historischen Bauwerkes als Straßenbrücke vorhanden. Bedeutend für den Gesamtbergbau der Region ist die untertägig vorhandene Anlage des Rothschönberger Stollens als Hauptentwässerung des Freiberger Bergbaureviers, welcher mit einer Gesamtlänge von 13,6 km in Teilen Halsbrücke und Krummenhennersdorf unterquert. Zeugnis geben zahlreiche Lichtlöcher und Bergbauresthalden.

Waldheim

In Waldheim gibt es nicht nur überirdisch eine Menge zu entdecken. Bei einer Kellerbergführung können Sie auch in Waldheims Untergrund abtauchen. Hervorgegangen sind die Keller aus dem Abbau von Serpentinit, welches als Baumaterial und für Gebrauchs- und Kunstgegenstände wie Schreibtischgarnituren, Schalen usw. Verwendung fand. Es entstand ein Labyrinth von Stollen mit einer Gesamtlänge von über 800 m. Diese Hohlräume wurden aufgrund des Temperaturverhaltens des Gesteins (im Sommer - Kühlung, im Winter - Wärmespeicherung) zur Lagerung von Lebensmitten genutzt. Sie dienten aber auch zum Schutz vor Gefahren. Von der zwischenzeitlich unter Denkmalschutz stehenden Anlage können Interessenten einen mit Holzausbau und Spritzbeton gesicherten 200 m langen Bergkeller besuchen.

Bergbau Olbernhau

Der deutsch-tschechische Bergbaulehrpfad führt zu insgesamt 14 Stationen, zu denen man laufen oder fahren kann. Beginnen kann man zum Beispiel der Marktplatz in Olbernhau. Dort befindet sich auch das Museum Olbernhau, in dem man viele Informationen zur Bergbaugeschichte findet. Der Weg verläuft weiter zum Poppschen Gut mit Sicht auf das ehemalige Blechwalzwerk vorbei am Forstgartenweg zum Gnade Gottes Erbstollen. Dort informiert außerdem die IG Bergbau & Mineralien Olbernhau und Umgebung e.V. auf eigenen Tafeln ausführlich auch zum zweiten Mundloch des Hand Gottes Stollen. Weiter geht es den Hüttengrund hinunter, unterhalb der Kirche in Oberneuschönberg erfährt man einiges über den Neuhammer und das Walzgerüst. Eine weitere Tafel befindet sich am Althammer, wobei das gesamte Saigerhüttengelände einschließlich Saigerhüttenmuseum umfangreiche Kenntnisse über das Hüttenwesen und den Bergbau vermittelt. Ein weiterer Standort des Bergbaulehrpfades ist am Rothenthaler Parkplatz mit Informationen zur ehemaligen Gabriela Hütte und zum Abbau von Anthrazitkohle in Brandau sowie ein Hinweis auf den grenzüberschreitenden Wanderweg. Eine weitere Strecke, die auch gefahren werden kann, führt nach Deutschkatharinenberg zum Fortuna-Abenteuerbergwerk und über den grenzüberschreitenden Wanderweg zum Nikolaistollen. Am PKW-Grenzübergang Deutscheinsiedel/ Mnisek schließt sich der Lehrpfad auf deutscher Seite und wird seine Weiterführung auf tschechischer Seite finden.

Baruth

Die Gegend um Baruth ist durch die mit hohen Bäumen bewachsenen rechten und linken Arme des Löbauer Wasser als Auenlandschaft gekennzeicnet. Vom Schafberg genießt man bei schönem Wetter einen herrlichen Ausblick. Der zur Zeit noch in Betrieb befindliche Steinbruch des Schafberges soll in wenigen Jahren den Abbau des Basaltgesteines einstellen und das alte Werk ist bereits als technisches Denkmal eröffnet und dokumentiert für Besucher sehr anschauungsvoll, wie in früheren Jahren das Gestein abgebaut und aufgeabeitet wurde. Besichtigung und Führungen können angemeldet werden

Rothschönberger Stolln

Der Rothschönberger Stolln ist der tiefste Revierstolln des Freiberger Silberbergbaureviers wurde zwischen 1844 und 1877 nach Plänen des Berghauptmanns von Herder angelegt und entwässert noch heute das Freiberger und das Brand-Erbisdorfer Bergbaurevier. Von hier aus wurde er fast in gerade Linie über eine Länge von 13,9 km bis zum Bergwerk "Beihilfe" in Halsbrücke (nördlich von Freiberg) aufgefahren. Von dort aus verzweigt er sich und erreicht am Drei-Brüder-Schacht in Freiberg-Zug eine Tiefe von 272 m unter der Oberfläche. In der Triebischtalbaude kann man sich zu einer Besichtigung des Stollns am Stollntor anmelden

Seilitz

Das Bergwerk der "Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen" in Seilitz ist heute eine Besonderheit. Es ist das kleinstes Bergwerk Deutschlands und die älteste noch in Betrieb stehende Kaolingrube in Europa. Die Grube ist von großer Bedeutung für die regionale Wirtschaft. Im engeren Sinne bietet die Grube heute Arbeit für drei Bergleute, im weitere Sinne für etwa 900 Meissener Manufakturisten in der "Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen", in der das weltberühnmte "Meissener Porzellan" hergestellt wird, das wiederum jährlich zahlreiche Touristen nach Meissen und in die Region zieht. Die "Kaolin- und Tonwerke Seilitz-Löthain GmbH" beschäftigt derzeit 20 Arbeitskräfte und produziert jährlich eine Menge von 12.000 Tonnen aufbereiteten Kaolins. Das Unternehmen beliefert mit dem Seilitzer Kaolin Firmen aus der ganzen Welt, die das Kaolin vorwiegend zur Herstellung von Elektroporzellan, Fein- und Sanitärkeramik verwenden. Über das Bergbau-Museum in Mehren wird Interessierten Einblick in die Geschichte des Abbaus des Kaolin gewährt. Im Museum finden sich viele Ausstellungsstücke aus der Zeit des bergmännischen Handwerks vergangener Zeiten. Führungen durch das Museum können angemeldet werden in der "Kaolin- und Tonwerke Seilitz-Löthain GmbH" unter 03521 / 41 6374.

Schönborn-Dreiwerden

Die Erzbahn wurde in den Jahren 1858 bis 1859 erbaut, um die im Silberbergwerk "Alte Hoffnung Erbstolln" aus 298 Meter Tiefe geförderten Erze, auf dem Schienenwege zur Erzwäsche Dreiwerden zu transportieren. In der Silberwäsche erfolgte die Aufbereitung der Erze für den Schmelzprozess, der in Freiberg vor sich ging. 1885 schloss das Bergwerk und die Bahn verfiel. 1998 begann der Verein "Förderkreis für den historischen Bergbau im mittleren Zschopautal" mit dem Wiederaufbau der Erzbahn, nun allerdings für den Personentransport. Touristen und Schulklassen haben damit die Möglichkeit, mit original bergmännischen Personenwagen bis an das Tor zum Silberbergwerk zu fahren

Bergbau- u. Naturdenkmal Geyer

Zwei Bingebrüche in den Jahren 1704 und 1803 schufen diesen riesigen Einbruchkrater. Das Gestein litt durch die Abbaumethode (Kammerabbau) des Feuersetzens sehr an seiner Festigkeit und es kam zu diesen gewaltigen Einstürzen. Das Felsmassiv des "Knauers" ragt aus der kraterförmigen Vertiefung. Die Binge hat einen Durchmesser von ca. 200 - 250 m und eine Tiefe von 50 - 60 m. Noch heute ruhen zwei verschüttete Bergleute unter den Gesteinsmassen. Es sind ehemalige Grubenbaue von etwa 250.000 Kubikmeter vorhanden. Durch den Bingekrater führt ein Lehrpfad (Begehen auf eigene Gefahr), der über geologische Gegebenheiten und seltene Pflanzen und Tiere informiert.

Monatliche geologische Führungen im Sommerhalbjahr

Besichtigung im Sommerhabjahr - im Winter eingeschränkt

Begehen auf eigene Gefahr - nur auf ausgeschilderten Wegen

Antonsthal

Antonsthal WäscheBis zur Eingemeindung im Juli 1998 war Antonsthal die jüngste Gemeinde des Landkreises Aue-Schwarzenberg.
Die Geschichte wird auch hier wieder durch den Bergbau und die Erzverarbeitung bestimmt. Aus den um 1820 am Halsbach gelegenen Gruben ging die „Königliche Antonshütte“ hervor, die 1831 gegründet wurde.
Diese Hütte hatte wesentlichen Einfluss auf die Ortsentstehung. Die Hütte und der Ort erhielten zur Ehre des damaligen sächsischen Königs ihre Namen. In der Antonshütte wurde das gering silberhaltige Erz verarbeitet. Hoffnung auf eine rentable Verhüttung erfüllte sich nicht.
Typisch für die seit dem 16. Jh. üblichen Aufbereitungsmethoden für den erzgebirgischen Silbererzbau ist das wasserradgetriebene Pochwerk und Langstoßherde. Über den Einfluss auf die Entwicklung des Ortes und den damaligen Bergbau informiert eine Ausstellung.
In der unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich ein modernisiertes Freibad, der Erlebnisspielplatz, ein Naturlehrpfad und Rundwanderwege, welche in den Waldseilpark zur Naherholung einladen.
Der Ortsteil Antonshöhe entstand als Wohnsiedlung für die Bergarbeiter anfang der fünfziger Jahre zwischen Magneten und Kegelberg. Antonshöhe entwickelte sich nach der Wende zu einem ansprechenden Wohnstandort. Antonsthal und Antonshöhe sind wegen der schönen und noch intakten Natur schöne Ziele für Wander- und Naturfreunde.
Betrieb wurde 1859 eingestellt und die Anlage verkauft. Erst wurde aus ihr eine Holzschleiferei und später eine Papierfabrik, die ständig erweitert wurde. Bis zur Wende waren Papiererzeugnisse aus Antonsthal auf dem Weltmarkt sehr gefragt. Nach der Wende jedoch wurde dir Produktion eingestellt und die Fabrik abgerissen.
Als der Öffentlichkeit zugängliches Museum bietet sich das am Halsbach an der Jägerhäuserstraße liegende technische Schaudenkmal „Silberwäsche“. Die Anlage ist 1828 entstanden und nutzt Wasserkraft um die Erzwäsche und ein Pochwerk zu betreiben

Altenberg

Die Altenberger Zinnwäsche ist die letzte erhaltene Erzwäsche eines früheren umpfangreichen Systems von Aufbereitungsanlagen im Tal des Tiefenbaches. Schon seit dem 16 Jahrhundert ist diese Zinnwäsche in betrieb.

Zwönitz

Die Bergstadt Zwönitz blickt auf eine lange Tradition zurück, die fest mit dem Erzgebirge verbunden ist. Zahlreich sind die Spuren mittelalterlichen Bergbaus. Die liebevoll restaurierten Mundlöcher der Stollen gehören dazu. Das abgebaute Erz wurde bereits um 1300 in einem Eisenhammer verarbeitet, von dem heute noch eine idyllische Parkanlage Zeugnis ablegt. Nachdem auch Silber gefunden wurde, erhielt Zwönitz um 1500 die Rechte einer privilegierten Bergstadt.
Im 16. Jahrhundert entfaltete sich das Handwerk, vor allem die Kunst des Papiermachens, das Schusterhandwerk, das Leinenweben und das Klöppeln. Handgeklöppelte Waren kann man bei uns in beliebiger Menge und hoher Qualität kaufen und auch in einer ständigen Ausstellung bewundern.
Mit dem Abklingen des Bergbaus im Erzgebirge kam auch in Zwönitz das Holzkunsthandwerk auf. Die Liebe der Erzgebirgler am Werkstoff Holz wird bei einem Besuch in der Weihnachtszeit am deutlichsten. Zahllose Schwibbögen erhellen die Fenster, gedrechselte Nussknacker und Räuchermännchen verzieren zu Heerscharen die Wohnungen. Die große Pyramide auf dem Marktplatz verzaubert jedes Jahr Groß und Klein. Noch heute bieten zahlreiche Künstler ihre Werke zum Kauf an.

Zschorlau

Im Wildromantischen Engtal des Gößnitzgrundes (Zschorlauer Bach) liegt am Gleesberghang zwischen Aue und Zschorlau das Grubenfeld des Silberbergwerks "St. Anna am Freudenstein". Es gehört zum einst weltberühmten Schneeberger Bergbaurevier, ist seit 1492 urkundlich erwähnt und war bis 1872 in Betrieb.
Originale, handgeschlägelte Grubenbaue mit Rußspuren vom Feuersetzen, Reste von Handbohrlöchern, mächtige Abbaue der Silber- und Kobaltära, Haspelschächte und deren Hornstätten, eine imposante Radstube sowie viele andere Spuren bergmännischer Tätigkeit sind Zeugnisse für die Schwere der Arbeit, den Fleiß und das Können unserer Vorfahren.
Auch den naturwissenschaftlichen interessierten Besucher erwartet eine Fülle von ausgezeichneten Aufschlüssen.
Einmalig für den erzgebirgischen Bergbau ist ein spezieller untertägiger Quarzabbau mit beeindruckenden Dimensionen (55m lang, 6m breit, 5m hoch).
Ein traditioneller Knappensaal mit Schauvitrinen sowie ein gutbeschilderter Bergbaulehrpfad mit 2 stilgerechten Kauen vervollständigen das Schaubergwerk, an dessen Erweiterung ständig gearbeitet wird.
Den Besuchern steht ein geräumiger Parkplatz unmittelbar an der Verbindungsstraße Aue - Zschorlau zur Verfügung (auch Bus).
In den Sommermonaten Juli und August Marionettenhtheater in der Quarzhöhle.

Anschrift: IG Historischer Bergbau Zschorlau e.V. / 1989
Talstraße 1 (ehemaliges Gaswerk)
08321 Zschorlau
Telefon ( 0 37 71 ) 47 88 74

Führungen: Mi 16.00 Uhr
Sa 10.00 Uhr

Dauer der Führungen: 1 1/2 Stunden
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 6,00

Kinder bis 14 Jahre EUR 4,00

Kindergruppen/Schulklassen EUR 3,00 (je Person)

Großführung EUR 14,00 (ab 5 Personen nach Voranmeldung Dauer etwa 4 Stunden)

 

Hinweise: Grubenbekleidung und Geleucht werden gestellt

Voranmeldung bei Spezial- und Gruppenführungen (auch zu anderen Terminen möglich)

Zschopau

Das heutige Besucherbergwerk gehört zur erstmalig 1478 verliehenen "Heiligen Dreifaltigkeit Fundgrube". Drei Stolln, neun Gesenke und ca. 250 Meter Streckenauffahrungen zeugen vom mittelalterlicher Silberbergbau. Die gesamte Grube ist geschlägelt, ein Vortrieb durch Sprengung ist hier nicht erfolgt. Da die Grube von der SDAG "Wismut" nur zu Erkundungszwecken aufgefahren wurde, gibt es kaum Einflüsse aus neuerer Zeit. Anlässlich des 700-jährigen Bestehens der Stadt Zschopau im Jahre 1992 wurde die Grube als Besucherbergwerk eröffnet. Betreiber ist der Altbergbauverein "Heilige Dreifaltigkeit Fundgrube" Zschopau e.V.
Es gibt im Besucherbergwerk ungewöhnlich viele Gesenke (eines davon könnte auch als Blindschacht bezeichnet werden) für eine derart kleine Grube. Zeitzeugen des mittelalterlichen Silberbergbaus wie Haspel, Kübel, Fahrten und Gezähe können an ihrem Fundort besichtigt werden.
Der Besucher kann wichtige Elemente und Verfahren des mittelalterlichen Bergbaus hautnah erleben.
Zum Besucherbergwerk gehört ausserdem ein Bergbaulehrpfad durch das Zschopauer Revier mit vielen erläuternden Tafeln und Hinweisschildern zum Zschopauer Bergbau.

Anschrift: Nico Meyer
Chemnitzer Straße 59
09405 Zschopau

(01 74) 8 93 66 29

Michael Rümmler
Gerbergasse 9
09405 Zschopau

(0 37 25) 34 20 17

Führungen: zwischen Ostern und Weihnachten
jeden letzten Sonnabend im Monat von 14.00 Uhr-18.00 Uhr

Dauer der Führungen: ca. 45 Minuten

Hinweise: Sonderführungen ab 5 Personen sind nach vorheriger Absprache möglich
(Führungen zu unterschiedlichen Themen können durchgeführt werden)
Das Bergwerk ist für Kinder ab 8 Jahren zugänglich.

Zöblitz

Mit dem im Erzgebirgskreis gelegenen Ort Zöblitz verbindet sich eines der wenigen Serpentinsteinvorkommen Europas, und die 500-jährige Serpentindrechselei hat Weltruf erlangt. Gedrechselte Säulen, Balustraden und Taufsteine aus Zöblitzer Serpentin sind aus dem 16. bis 19. Jahrhundert bekannt. Verschiedene Exponate sind heute noch in der Georgskapelle des Meißner Doms, im Freiberger Dom und in der Dresdner Katholischen Hofkirche zu bewundern. Serpentinteile wurden sogar für die Grabmale des amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln und der Königin Viktoria von England verwendet. International die weiteste Verbreitung fand der Serpentin im 17. bis 19. Jahrhundert in Form der sogenannten Kulturwaren. Dazu zählen Krüge, Dosen, Kannen, Leuchter, Lampenfüße, Schreibzeuge, Wärmesteine und vieles andere mehr. Auch heute noch wird in Zöblitz Serpentingestein abgebaut.
Das Zöblitzer Serpentingewerbe hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich. Von etwa 1600 bis 1850 bestand in Zöblitz eine Serpentindrechsler-Innung - die einzige weltweit. Diese handwerkliche Produktionsweise wurde allerdings mit dem Aufkommen kapitalistischer Produktionsverhältnisse in der Serpentinverarbeitung etwa ab 1850 überholt. Bis zu seinem Tode im Jahr 1972 arbeitete in Marienberg der letzte handwerkliche Serpentindrechslermeister Walter Baldauf.
Selbstverständlich wird die Geschichte des Serpentinsteins auch im Heimatmuseum der Stadt dokumentiert. Unter anderem ist hier eine funktionstüchtige Werkstatt zur Serpentinverarbeitung original aufgebaut. Und Walter Baldauf hat hier sogar selbst gearbeitet. Außerdem sind zahlreiche Exponate aus dem Gestein, das sich auf Grund seiner mineralogischen Zusammensetzung wie Holz drechseln läßt und noch dazu das Aussehen eines edlen Minerals hat, im Museum nicht nur zu sehen sondern auch käuflich zu erwerben

Zinnwald

Im "Tiefen-Bünau-Stollen" erhält man interessante Angaben zu den drei an die Zinnwalder Lagerstätte gebundenen Erzvorkommen, besichtigt die dazugehörigen Abbauräume in imposanten Schauorten, erfährt Wissenswertes zur jahrhundertealten, wechselvollen Bergbaugeschichte des Ortes und erhält bleibende Eindrücke von der Arbeitswelt des Bergmannes unter Tage. Besonders beeindruckend ist die Befahrung der gewaltigen Reichtroster Weitung.
Das Museum "Huthaus" beherbergt die Betstube, Bergschmiede und Wohnung des Bergverwalters. In weiteren Räumen befinden sich Ausstellungen zum Wintersport und zur regionalen Kunst

Anschrift: Besucherbergwerk "Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald"
Goetheweg 8
01773 Zinnwald-Georgenfeld

Telefon (03 50 56) 3 13 44

Öffnungszeiten: Di - Fr "Tiefen-Bünau-Stollen" 10.00 - 15.00 Uhr
Di - Fr Museum Huthaus 09.00-12.00 Uhr
Sa, So 13.00 - 16.00 Uhr

Dauer der Führung: etwa 1,5 Stunden

Führungen im Tiefen-Bünau-Stollen für Gruppen ab 10 Personen nach Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten

Hinweise: festes Schuhwerk wird empfohlen Schutzkleidung und Geleucht wird gestellt
Mindestalter 6 Jahre

Wolkenburg

In früheren Jahrhunderten, als der Silberreichtum des Sachsenlandes sprichwörtlich war, wurde in verschiedenen Gegenden nach erzhaltigem Gestein geschürft, so auch am Mittellauf der Zwickauer Mulde. Im Gebiet um Wolkenburg befand sich ein ergiebiges Bergbaurevier, in dem neben Silber, Kupfer und Blei auch Gold abgebaut wurde. Bereits 1348 wurden die ersten Stollen aus dem Herrnsdorfer Tal in Richtung Ullersberg, einem Bergrücken zwischen dem Herrnsdorfer Tal und dem Tal der Zwickauer Mulde, vorgetrieben. Die erste urkundliche Erwähnung des Silberbergbaus erfolgte durch die Landgrafen von Thüringen und Markgrafen von Meißen um 1351.
Der bergbaulich interessierte Besucher sollte sich nach geführten Bergbauwanderungen durch das Wolkenburger Bergbaurevier sowie öffentlichen Führungen in die "St.-Anna-Fundgrube", meist an Feiertagen, durch die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau/Geologie Westsachsen e.V. erkundigen, um ein Stück beeindruckende Bergbaugeschichte von Wolkenburg-Kaufungen hautnah mitzuerleben.

Waschleithe

Das Schaubergwerk "Herkules-Frisch-Glück" ist ein stillgelegtes Erz- und Marmorbergwerk aus dem 18. Jahrhundert. 1926 wurde diese Grube als Schaubergwerk eingerichtet um zu veranschaulichen, mit welcher Mühe und auch Geschicklichkeit der Bergmann der Erde ihre Schätze abrang und wie Abbau undVortrieb heutzutage erfolgen.
Der Rundgang ist etwa 1,2 Kilometer lang und führt über einen tonnenlägigen Schacht in 2 Marmorsäle mit herrlichem Blick auf unterirdische Seen. Beide Marmorsäle werden für Ausstellungen genutzt.
In der gesamten Weihnachtszeit finden jeweils vor den Adventssonntagen zwei Mettenschichten statt.

Führungen:
April - Oktober Di-So 10.00 - 16.00 Uhr
November - März Di-Sa 10.00 - 16.00 Uhr und nach Vereinbarung
Führungen zu jeder vollen Stunde

Führungsdauer: ca 1 Stunde / bei größeren Gruppen ist eine Voranmeldung gewünscht

Hinweise: warme Kleidung und festes Schuhwerk sind angeraten
Personen mit einer Herz- und Kreislauferkrankung oder einer Gehbehinderung ist der Besuch des Bergwerks nicht zu empfehlen
Mindestalter für Bergwerksbesucher 4 Jahre

Am Fürstenberg 3a
08340 Beierfeld
Tel.:03774/24252

Uhlsdorf

Die Granulite des Muldentales von Wolkenburg bis Rochsburg werden von zahllosen granitischen Pegmatitgängen (Pegmatit = sehr grobkörniger Granit) durchschwärmt. Ein etwa zwei Meter mächtiger Pegmatitgang befindet sich ca. 350 m südöstlich des Schlosses Wolkenburg an einem Steilhang, direkt an der Bahnlinie Glauchau - Rochlitz. Überhaupt ist das Muldental weiter flussabwärts zwischen Penig und Rochsburg das pegmatitreichste Fundgebiet in Sachsen. In früheren Jahrhunderten, als der Silberreichtum des Sachsenlandes sprichwörtlich war, wurde in verschiedenen Gegenden nach erzhaltigem Gestein geschürft, so auch am Mittellauf der Zwickauer Mulde. Im Gebiet um Wolkenburg befand sich ein ergiebiges Bergbaurevier, in dem neben Silber, Kupfer und Blei auch Gold abgebaut wurde. Bereits 1348 wurden die ersten Stollen aus dem Herrnsdorfer Tal in Richtung Ullersberg, einem Bergrücken zwischen dem Herrnsdorfer Tal und dem Tal der Zwickauer Mulde, vorgetrieben. Die erste urkundliche Erwähnung des Silberbergbaus erfolgte durch die Landgrafen von Thüringen und Markgrafen von Meißen um 1351.
Der bergbaulich interessierte Besucher sollte sich nach geführten Bergbauwanderungen durch das Wolkenburger Bergbaurevier sowie öffentlichen Führungen in die "St.-Anna-Fundgrube", meist an Feiertagen, durch die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau/Geologie Westsachsen e.V. erkundigen, um ein Stück beeindruckende Bergbaugeschichte von Wolkenburg-Kaufungen hautnah mitzuerleben.
Der Parkplatz der ehemaligen Papierfabrik Herrnsdorf, die Gaststätte "Bauernhof zum Silberbergwerk" oder das Vereinshaus (Zur Papierfabrik 10) sind die üblichen Ausgangspunkte von geführten Bergbauwanderungen. Im ehemaligen Bergamtshaus kann man auch eine Ausstellung zur Geologie, Mineralogie und Bergbaugeschichte der Region besuchen und bergbautypische Souveniers erwerben.

Führungen: Ostermontag, Pfingsten, Himmelfahrt, Tag der Einheit, Reformationstag
jeweils 10.00 Uhr - 17.00 Uhr (Sonderführungen nach Vereinbarung)

Führungsdauer: ca 45 Minuten

Anmeldung unter: 0371/253 742 (Dr. W. Faust) oder 037609/50 877 (M. Link)

Seiffen

Wer Seiffen besucht, wird nicht nur unsere Museen, Schauwerkstätten, Handwerkerbetriebe und Volkskunstgeschäfte vorfinden, sondern auch verschiedene Wahrzeichen des einstigen Zinnbergbaues.
Seinen Namen verdankt der Ort dem "Ausseifen" bzw. "Auswaschen" von Zinnerzkörnern aus dem Verwitterungsschutt des Tales. In einem Lehnvertrag von 1324, der im Sächsischen Staatsarchiv in Dresden aufbewahrt wird, ist "Cynsifen" urkundlich verbrieft. Es ist anzunehmen, daß hier schon wesentlich früher von Zisterziensermönchen Zinnerzkörner gesucht und auch gefunden wurden.
Neben dieser althergebrachten Form der Zinnerzgewinnung durch Seifenbetriebe wurde 1480 das Regal auf Bergbau im festen Gestein an den Grundherrn von Schönberg erteilt. In der Blütezeit des Seiffener Bergbaues von Ende des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts fand er vorwiegend als Eigenlehnerbergbau statt. Um 1600 wurde von der Grundherrschaft Purschenstein in Seiffen ein Vasallenbergamt mit dem Sitz eines "herrschaftlich Schönbergischen Bergmeisters" errichtet. Im Bergamt befand sich gleichzeitig die Schmelzhütte.
Die Akten des einstigen Seiffener Bergamtes mit dem Zinnschmelzbuch sind größtenteils noch erhalten und befinden sich im Sächsischen Staatsarchiv Dresden, Außenstelle Freiberg (Bergarchiv).
1849 wurde das Seiffener Bergamt aufgelöst, am 22.09.1853 auch die letzte Gewerkschaft "Saxonia". Nur noch einmal loderte 1870/71 das "Bergkgeschrey" für kurze Zeit ohne lohnende Ausbeute auf dem Schwartenberg auf. Danach erlosch der hiesige Bergbau. Nich heute künden von ihm zwei Pingen (ortsüblich "Bingen"), die "Geyerin" und die "Neuglücker Stockwerkspinge", sowie zwei noch gut erhaltene Mundlöcher vom "Heiligen Dreifaltigkeitsstolln" und "Johannisstolln", und der 1988 wiederentdeckte Erbstolln "Segen Gottes". Außerdem finden sich zahlreiche Halden im Gelände und andere bergmännische Wahrzeichen, die unter Denkmal- und Naturschutz stehen.
Für die Besucher von Seiffen und für Freunde des Bergbaues legte die 1984 von einigen Heimatfreunden gegründete Bergbauforschungsgruppe im Ortszentrum einen Lehrpfad mit der Bezeichnung "Historischer Bergbausteig" an.
Dieser Bergbausteig beginnt am Eingang der "Geyerin" oberhalb der Kirche an der Deutschneudorfer Straße. Eine hier angebrachte Orientierungstafel erläutert den Verlauf des Bergbausteiges mit seinen 20 Stationen, an denen sich jeweils Schilder in der Form eines "Deutschen Türstockes" mit genauer Beschreibung zu den betreffenden Standorten befinden. Für die Begehung dieses Bergbausteiges werden ca. 1,5 Stunden benötigt. Er kann auch von der Pingenhalde aus in abgekürztem Verlauf ohne die Stationen 7-9 begangen werden.

Der Bergbausteig führt zu folgenden Stationen:

Station 1: Standort des einstigen Huthauses der Zeche "Rothe Grube"
Station 2: Gesamtüberblick über die Pinge "Geyerin", die 1934 zur Freilichtbühne ausgebaut und vorher schon für Schützen- und sonstige Vereinsfeste genutzt wurde.
Station 3: Platz, an dem nach einem Bergbauriß vom Jahr 1841 ein Rösthaus gestanden haben soll
Station 4: Blick zur Südwand der "Geyerin" mit einer Feuersetzstelle
Station 5: Standort, an dem der "Johannis-Schacht" abgetäuft war, 22m östlich davon befand sich der "Heilige Dreifaltigkeits-Schacht"
Station 6: Ehemalige Zeche "Rothe Grube". Davor Rohrstutzen einer 1965 niedergebrachten Tiefenbohrung bis 750m durch die Wismut AG
Station 7: Pingenhalde mit Blick in das Seiffener Tal
Station 8: Barockkirche, die 1779 geweiht wurde. Sie birgt viele bergbauliche Wahrzeichen aus Seiffens Vergangenheit.
Station 9: Pingenweg mit Bergmannshäusern aus der Zeit von 1545-1843. An diesem Standort wird der Pingenweg vom "Johannis-Stolln" unterfahren.
Station 10: Blick in die Pinge "Neuglück", de erstmalig 1570 urkundlich erwähnt wird.
Station 11: Einstmalige Endstelle einer die Pinge in 22m Höhe überquerende Förderbrücke für den Transport der Zwittererze aus der "Geyerin". Sie wurde von Prof. Wilhelm Walther, dem Schöpfer des Dresdener Fürstenzuges, 1842 in einer Zeichnung festgehalten.
Station 12: Das Neuglücker Pochwerk, auch als "Pingenhaus" bezeichnet, war das älteste, sicher auch das größte Pochwerk Seiffens.
Station 13: Bergamt, das 1849 aufgelöst wurde. Von ihm ist nur noch der rechte Gebäudeteil, in dem die Schmelzhütte untergebracht war, im Original erhalten.
Station 14: "Zwitterweg", auf einem alten Bergbauriß so bezeichnet, heute Pingen- und Bergmannsweg. An seiner rechten Seite standen 2 Pochwerke, die 1960 bzw. 1972 abgetragen werden mußten. Wegen der Pingennähe bestand Einsturzgefahr.
Station 15: Dämme (Stau), zu der ein Pochwerksgraben das Aufschlagswasser für die Pochwerke führte. Am Abzweig dieses Pochwerkgrabens vom Seiffenbach (gegenüber dem Grundstück Hauptstr. 130) ist das Modell einer Pochstätte aufgestellt.
Station 16: Huthaus der Grube "Reiche Hoffnung", das noch gut erhalten ist. Im Volksmund noch heute "Das Bethaus" genannt.
Station 17: Bergmannssteig, früher als "Häuersteig" bezeichnet, verläuft hinter dem Huthaus zu den ehemaligen Zinngruben "Abraham" und "Altväter", sowie zu den Eisengruben am Ahornberg.
Station 18: Halde der Grube "Reiche Hoffnung". Aus dem Zwittergestein dieser Grube wurden neben Zinn- auch Kupfererze gewonnen.
Station 19: Ehemalige Bergschmiede, die zeitweise auch als Huthaus der Grube "Vogelsang" diente.
Station 20: Bergbauhalden der Gruben "Vogelsang" und "Obergeyerin". Ende dieses Bergbausteiges.

Der Bergbausteig soll der Erweiterung des Wissens um die Geschichte des Bergbaues unserer Heimat dienen, aber auch dem Gedenken unserer Vorfahren, die hier unter harten Bedingungen fast 500 Jahre lang schwerste Arbeit geleistet haben.
In der weiteren Umgebung dieses Bergbausteiges sind auf Seiffener Fluren noch 10 gut erhaltene Bergbauhalden unter Denkmal- und Naturschutz gestellt, die ebenfalls mit erläuternden Schildern versehen wurden. Die Namen der einstigen Gruben dieser Halden sind:

· Toter Mann
· Katharina
· Obere, untere und kleine Goldkrone
· Altväter
· Abraham
· Himmelschlüßler Tagesschacht
· Kieszeche
· Weintraube

Schwarzenberg

Der bergmännische Lehrpfad "Roter Löwe" Kunstgraben, der in Zusammenarbeit zwischen der Schwarzenberg-Information und dem Erzgebirgszweigverein Schwarzenberg entstand, wurde am 2. Juli 1993 aus Anlass des 115-jährigen Bestehens des Erzgebirgszweigvereins der Öffentlichkeit übergeben. Damit wurde neben dem Ausbau des Wanderwegnetzes ein weiterer Beitrag zur touristischen Erschließung unserer Region geleistet. Die gesamte Anlage lädt Einheimische und Gäste zum Wandern ein und bietet dabei gute Möglichkeiten, Spuren des historischen Bergbaues um Schwarzenberg zu entdecken. Der Bergbaulehrpfad ist mit einem schrägen grünen Balken auf weißem Grund gekennzeichnet.
Entlang des Lehrpfades sind 12 Hinweistafeln aufgestellt, welche die einzelnen Stationen kennzeichnen.
Der Bergbaulehrpfad beginnt unmittelbar an der Eibenstocker Straße, ca. 50 m oberhalb der Rockelmannschänke. Links und rechts der Hauptstraße stehen die ersten beiden Hinweisschilder. Der Weg führt uns weiter durch den Stadtteil Heide, am Gesteinsgarten neben der Kaufhalle und an der unter Naturschutz stehenden "Großgutlinde" am Ärztehaus vorbei, entlang der Benjeshecke zum Waldrand der "Hohen Henne". Wir befinden uns auf einem alten Wanderweg, der mit dem Symbol eines blauen Punktes auf weißem Grund gekennzeichnet war.
Fast unmittelbar neben diesem Weg verläuft der Kunstgraben, bin hin zur "Nassen Pfütze". Auf dem Dreitannenweg angekommen, führt uns der Weg an der Silberkammer vorbei zum Morgenleitheweg. An der Tafel "Fundgrube Freudiger Vergleich" angekommen, geht es ca. 15 Meter aufwärts. Dort ist der weitere Verlauf des Bergmannsgrabens links in den Wald hinein gut sichtbar. Bis zu dieser Stelle ist die Route gut begehbar, da Wanderwege benutzt werden. Nun schlängelt sich der Graben dem Hemmberghang entlang und erreicht eine Felsengruppe inmittem des Waldes. Wir sind an der vorletzten Station angelangt. Dem Halsbach zu wird der Weg schwieriger. Insbesondere nach Regenfällen sind Stiefel zu empfehlen.
Am Endpunkt des Lehrpfades, dem Halsbach angekommen, überquert man diesen, wendet sich nach links und gelangt nach wenigen Metern auf einen Waldweg. Sich weiter links haltend, erreicht man bald den Rastplatz, welcher direkt in der Senke an der Jägerhäuser Straße liegt.

Fröbe-Steig

Der Lehrpfad nimmt seinen Anfang unterhalb des ehemaligen Rittergutes Ober-Sachsenfeld an der Kaue. Schnitzfiguren, die sich im Kreise wie auf einer Pyramide drehen, stellen ehemalige traditionelle Berufe des Ortsteiles dar. Darunter befindet sich auch ein Bergmann mit einer Erzstufe in den Händen, der an den einstigen Bergbau in diesem Gebiet erinnern soll. Eine Übersichtstafel orientiert uns über den Verlauf des Wander- und Lehrpfades. Nachdem wir bergaufwärts in die Straße "Am Schloßwald" eingebogen sind, erreichen wir bald vor dem Sägewerk Stölzel die ersten Stollnmundlöcher. Das Mundloch des "Treue Freundschaft" Stollns entdecken wir unmittelbar am Ufer des Schwarzwassers. Daneben befindet sich ein wiedererrichtetes Absetzbecken der ehemaligen Farbenschlämme. Zwei Pfade führen den steilen Hang hinab. Etwas oberhalb der Straße im Wald, mit einem Steig verbunden, sichten wir die Halde des "Rautenstock Stollns".
Der Weg führt uns weiter zum alten Kalkwerk. Links der Straße, in einem Garten, befindet sich ein villenähnliches Gebäude, welches auf dem Unterbau des ehemaligen Kalkbrennofens errichtet wurde. Am Ende des Gartens steigen wir auf einem schmalen Feldweg, dem sogenannten Grünhainer Weg, bergwärts. Beim genauen Hinsehen orten wir links die Trasse, auf der vormals der Kalkstein abwärts zum Ringofen transportiert wurde. Danach erreichen wir das Mundloch des Neujahr Stollns, ehemals Förderstolln des untertägigen Kalkabbaues, und schließlich nach dem Waldrand die dazugehörige Binge.
Wie auf einem Häuersteig führt uns der Weg bergan durch den Wald und über einen Feldweg zum gegenüberliegenden Waldstück. Ein sanft absteigender Waldweg mit einem Hinweis zu einem Abstecher zur Bärenhöhle, wo nach Überlieferungen der letzte Bär des Westerzgebirges geschossen wurde, führt uns der Weg bis zu einem sogenannten Jagdhäuschen. Von hier aus verläuft der Lehrpfad bis zu Fundgrube Gelbe Birke. Er ist vom Waldrand an identisch mit dem Wanderweg, welcher eine rote Strichmarkierung trägt. Am Sauerwiesenbächel erreichen wir die legendäre Gelbe Birke Fundgrube. Sofort erkennbar die beiden Teiche und der "Anshelmplatz", etwas versteckt das Mundloch des Stollns. Den Weg bergaufwärts zum Breiten Feld" zu, zeigen uns Hinweistafeln die Standorte verstürzter Tagesschächte: Hermann-, Kalk-, Alexander- und Guckäuschelschacht. Anschließend führt uns wiederum ein Häuersteig links vom Bach talwärts. Eine kürzlich errichtete Schutzhütte lädt zum Verweilen ein. Ein Wegweiser mit grüner Strichmarkierung zeigt den Weg zur historischen Köhlerhütte Fürstenbrunn.
Unterhalb im sumpfigen Waldgelände, nur schwer im Gesträuch auszumachen, der verplombte "Rote Schacht", das 2. Lichtloch des "Treue Freundschaft" Stollns.
Am Oswaldbach entlang geleitet uns im Talgrund die Straße in Richtung Wildenau. In 40 m Tiefe führt der Stolln das Wasser dem Schwarzwasser zu. Rechts, am Fuße einer steilen Halde, steht einsam ein Häuschen, einst das Huthaus der "Treue Freundschaft Fundgrube". Gleich hinter dem Haus versteckt sich das Mundloch des Carl Haidinger Stollns. Eine Besichtigung ist nicht möglich. Hoch oben auf der Halde stand vor Jahren die Kaue über dem Tagesschacht des Carl Haidinger Stollns, von den einheimischen "Hummelslust" genannt. Dieser Fahr- und Förderschacht diente dem "Treue Freundschaft" Stolln gleichzeitig als erstes Lichtloch.
Schließlich erreichen wir wieder die Straße "Am Schloßwald". Bei der Einmündung des Oswaldbaches in die Große Mittweida befand sich im späten Mittelalter eine Waffenschmiede.
Über den Wanderweg mit der grünen Strichmarkierung kommen wir bis zum Bahnhof Schwarzenberg. Damit findet unsere Wanderung entlang des Bergbaulehrpfades "Treue Freundschaft-Gelbe Birke" ihr Ende.
Am 30.06.2001 wurde dieser Bergbaulehrpfad in "Fröbe-Steig" umbenannt. Anlass war der 150. Geburtstag von Julius Ernst Fröbe.
Mit dieser Namensgebung wurden zwei Söhne der Stadt Schwarzenberg geehrt, Bergdirektor Julius Fröbe und sein Sohn (Pädagoge, Heimatforscher und Schriftsteller) Dr. Walter Fröbe.

Schneeberg

Das heutige Besucherbergwerk "Fundgrube Weißer Hirsch" befindet sich auf dem Gelände der Bergsicherung Schneeberg. Das weithin sichtbare Hut- und Treibehaus wurde in den Jahren 1994 bis 1996 schrittweise durch die Bergsicherung Schneeberg denkmalgerecht rekonstruiert, der tonnlägige Tagesschacht bis auf das Fürstenstollnniveau aufgewältigt und befahrbar gemacht.
Die Grube "Weißer Hirsch" wurde erstmals 1654 als Kobaltgrube auf dem "St. Georg" und "Walpurgis Flachen Erzgang" urkundlich erwähnt. Im Jahr 1850 wurde der alte Tagesschacht aufgegeben und der heutige Kunst- und Treibeschacht bis auf einen unter dem "Markus Semmler Stolln" abgehenden Blindschacht geteuft. Dazu mauerte man die weitgehend über Tage liegende Kehrradstube auf, stellte die Abzugsrösche her und errichtete nach weiteren 4 Metern Schachtaufsattelung 1851 das Treibhaus. Bis 1890 genügte der Wassergöpel den Anforderungen, danach ersetzte man ihn durch eine zweizylindrische Dampfmaschine. Die Dampfmaschine wurde wiederum im Jahr 1912 durch eine elektrische Fördermaschine ersetzt. Die Wasserhaltung betrieb man über zwei, später eine Wassersäulenmaschine. Der etwa 405 Meter tiefe "Weiße Hirsch" Kunst- und Treibschacht war einer der ersten Schächte, den die SDAG Wismut im Jahr 1946 für die Uranerzförderung in Betrieb nahm. Er wurde unter Schacht Nr. 3 geführt. Im Jahr 1957 erfolgte die Einstellung der bergmännischen Arbeiten und 1969 die Stilllegung der Wasserhaltung.

Führungen:
Jeweils von 09.00 - 16.00 Uhr (letzte Führung 15.30 Uhr)
Am 22. Juli (Bergstreittag)
Am 2. Wochenende im September (Tag des offnen Denkmals)
Zum Lichterfest am 2. Adventswochenende oder nach telefonischer Vereinbarung

Führungsdauer: ca 1,5 Stunden

Hinweise: Warme Kleidung wird empfohlen, Gummistiefel, Helm, Wattejacke und Geleucht werden gestellt

Sächsischer Bergbauverein, Weißer Hirsch e.V.
Kobaltstraße 42
08289 Schneeberg
Tel.: 03772/29-0

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