Tourismus in Sachsen

- INFORMIEREN - DISKUTIEREN - WERBEN -

ZIT!Code wurde erstellt von Ziegert IT.

Fri05182012

Last update11:04:54 AM GMT

Menu Style

Cpanel
Back Wissen Wissenswerte Infos Sächsische Köpfe

Persönlichkeiten aus Sachsen

Allgemeines

auguststarkeSachsens Geschichte ist reich an Personen, die Geschichte machten. Künstler aller Genres sind darunter, Geistes- oder Naturwissenschaftler, Unternehmer und Politiker und Sportler. Sie wurden hier geboren, erlebten prägende Jahre in Sachsen, oder ließen sich - von außerhalb kommend - hier nieder, um dann mit ihrem Schaffen von Sachsen aus der Nachwelt in Erinnerung zu bleiben. In unsererem Sächsischen Personenverzeichnis sind die Angaben zu Leben und Werk eben dieser Menschen verzeichnet. Sie finden Namen, Lebensdaten, Kurzbiografien und Bilder.

Selbstverständlich war die Auswahl nicht leicht, da eine 100%ige Vollständigkeit aber weder so noch so zu gewährleisten ist, können die noch fehlenden Personen jederzeit nachgereicht werden. Vielleicht ist das ja auch Anreiz für Sie einmal nachzuforschen ... wir sind jedenfalls für jeden Hinweis dankbar. Dies betrifft im Besonderen regional tätige Personen.

Gerhard Zwerenz

Pseudonyme Peter Lauenheim, Leslie Markwart, Gert Gablenz, Peer Tarrok, (*1925), Schriftsteller. Er wurde am 3. Juni 1925 in Gablenz (heute Teil von Crimmitschau) geboren. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er eine Kupferschmiedlehre. 1942 ging er freiwillig zur Wehrmacht, desertierte aber 1944 und kam in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Zwischen 1948 und 1952 war Zwerenz als Volkspolizist und Lehrer in Zwickau tätig. Danach studierte er in Leipzig Philosophie, u. a. bei Ernst Bloch. Enttäuscht von den gesellschaftlichen Verhältnissen in der DDR und aus Opposition zum Stalinismus floh Zwerenz 1957 mit seiner Familie in die Bundesrepublik Deutschland. 1959 erschien der Roman Aufs Rad geflochten.
Erfolgreich und bekannt wurde Zwerenz als satirisch-erotischer Erzähler in der Tradition des europäischen Schelmenromans, z. B. mit dem Bestseller Casanova oder der Kleine Herr in Krieg und Frieden (1966). Daneben kritisierte Zwerenz in seinen Werken immer wieder den Literaturbetrieb und die Lebensverhältnisse in Westdeutschland. Einen Skandal löste der Roman Die Erde ist so unbewohnbar wie der Mond (1973) aus. Die Schilderung dubioser Geschäfte eines jüdischen Grundstücksspekulanten brachte ihm den Vorwurf des Antisemitismus ein. Ähnlich erging es später auch Rainer Werner Fassbinder, der das Buch als Vorlage für sein Stück Der Müll, die Stadt und der Tod benutzte. Deutlich autobiographische Züge tragen Der Widerspruch (1974) und die Deutschlandsaga Vergiß die Träume deiner Jugend nicht (1989) Weitere Werke von Zwerenz sind Heldengedenktag (1964), Erbarmen mit den Männern (1968), Der chinesische Hund (1981), Der Bunker (1983), Lachen, Liebe, Laster (1984), Die Rückkehr des toten Juden nach Deutschland (1986), Peepshow für den Kommissar (1986) und Rechts und dumm? (1993). Seit 1994 ist Zwerenz Bundestagsabgeordneter der PDS.

Ronny Weller

Deutscher Gewichtheber; Olympiasieger, Weltmeister und Europameister im Schwergewicht.
Weller wurde am 22. Juli 1969 in Oelsnitz (DDR) im Vogtland geboren. Seine Wettkampfkarriere begann bei den Junioren-Weltmeisterschaften 1987, bei der er den Titel im Schwergewicht gewann. Bei den Olympischen Spielen in Seoul (Südkorea) 1988 startete er in der Klasse bis 110 Kilogramm (Zweites Schwergewicht) und erreichte die Bronzemedaille. Ein schwerer Verkehrsunfall 1989 schien das Ende seiner Laufbahn zu bedeuten, doch bereits 1991 schaffte er sein Comeback und wurde bei den Weltmeisterschaften in allen drei Disziplinen (Zweikampf, Stoßen, Reißen) Zweiter.
Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona gelang ihm sein bislang größter Erfolg; Weller gewann die Goldmedaille in der Klasse bis 110 Kilogramm. Nach der Neueinteilung der Gewichtsklassen 1993 startete Weller im Schwergewicht (bis 108 Kilogramm) und holte bei den Weltmeisterschaften den Titel. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta holte er Silber in der Klasse über 108 Kilogramm. In dem dramatischen Wettkampf stellte er einen neuen Weltrekord auf und sah wie der sichere Sieger aus. Doch Andrej Schemerkin (Russland) konnte noch 2,5 Kilogramm zulegen und entriss Weller die sicher geglaubte Goldmedaille. Die Europameisterschaft 1998 in Riesa beendete er mit dem Titelgewinn im Reißen, im Stoßen und im Zweikampf. 1999 konnte er sich bei der WM in Athen nicht im Vorderfeld platzieren, bei der EM 2000 erreichte er Gold im Reißen sowie Silber im Zweikampf und im Stoßen. Es folgte die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney

Jens Weißflog

Weißflog, Jens (*1964), deutscher Skispringer; dreifacher Olympiasieger, zweifacher Weltmeister und viermaliger Gewinner der Vierschanzentournee; der erfolgreichste Skispringer aller Zeiten. Der gelernte Elektroinstallateur aus Oberwiesenthal (Sachsen) trat erstmals 1982/83 bei der Vierschanzentournee in Erscheinung und wurde auf Anhieb Zweiter hinter dem Finnen Matti Nykänen. Im selben Jahr erreichte er seinen ersten von fünf DDR-Meistertiteln. In der folgenden Saison, die er mit einem Sieg in der Weltcup-Gesamtwertung abschloss, gewann er die Vierschanzentournee mit drei Tagessiegen in Garmisch, Innsbruck und Bischofshofen. Bei den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo holte er Gold auf der Normalschanze und Silber auf der Großschanze. 1984/85 folgten nach neuerlichem Sieg bei der Vierschanzentournee der WM-Titel in Seefeld auf der Normalschanze (Bronze im Mannschaftswettbewerb) sowie eine Silbermedaille bei der Skiflug-WM in Planica. Nach einem anhaltenden Formtief feierte Weißflog 1988/89 bei den Weltmeisterschaften in Lahti sein Comeback (Sieg auf der Normalschanze, Zweiter auf der Großschanze) und errang 1990/91 den dritten Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee sowie zwei Bronzemedaillen bei der WM in Fleimstal (Mannschaftswertung und Großschanze). Verletzungen und Schwierigkeiten bei der Umstellung auf den V-Stil warfen Weißflog zurück, und so konnte er sich bei den Spielen von Albertville 1992 nicht in den vorderen Rängen platzieren. 1994 bei den Olympischen Winterspielen im norwegischen Lillehammer gewann er Gold auf der Normalschanze und mit der Mannschaft sowie Silber auf der Großschanze. 1996 gelang es Jens Weißflog als erstem Athleten, die Vierschanzentournee zum viertenmal zu gewinnen. Im Juni 1996 beendete er nach einem Mattenspringen in seinem Heimatort Oberwiesenthal seine aktive Laufbahn

Adolf Ferdinand Weinhold

Adolf Ferdinand Weinhold, am 19. Mai 1841 in Zwenkau geboren, ging in die Geschichte als Erfinder der Thermosflasche ein.
Doch Weinhold ruhte sich nicht auf seinen Lorbeeren aus und gab als Kapazität auf dem Gebiet der Experimentalphysik Impulse für den Schulunterricht, an denen Generationen von Pennälern zu kauen hatten. Seine Arbeit „Leitfaden für den physikalischen Unterricht“ galt bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts als Standardwerk. Lehrwerke wie „Vorschule der Experimentalphysik – Naturlehre in elementarer Darstellung nebst Anleitung zur Anfertigung der Apparate“ oder „Physikalische Demonstrationen – Anleitung zum Experimentieren im Unterricht an Gymnasien und Realschulen“ fanden weithin Beachtung und übten entscheidenden Einfluß auf die naturwissenschaftliche Bildung aus.
Sehr bald erkannte Weinhold die Bedeutung der Elektrotechnik, engagierte sich für die Einführung als Unterrichtsfach.
Auf Grund seiner Initiative wurde Elektrotechnik 1882/83 an den technischen Staatslehranstalten Chemnitz, wo er inzwischen tätig war, als Lehrfach eingeführt. Er arbeitete in nationalen wie auch internationalen Fachgremien zu Fragen der Elektrotechnik mit, engagierte sich bei der technischen Umsetzung von Fragen des Energietransports, des Generatorenbaus und war bei der Entwicklung des Beleuchtungswesens gefragt.
Im Zusammmenhang mit der Entwicklung der sächsischen Energiewirtschaft fällt immer wieder auch der Name Adolf Ferdinand Weinholds.
Ihm zu Ehren erhielt die Zwenkauer Marktbebauung den Namen „Weinhold-Arkade"

Dr. h.c. Erich Uhmann

Erich Leo Ludwig Uhmann wurde am 4. November 1881 in Chemnitz geboren und wuchs in der sächsischen Landeshauptstadt auf, in der er auch das Wettiner Gymnasium besuchte, das er 1902 mit der Reifeprüfung verließ.
Schon während dieser Zeit hatte sich Erich Uhmann viel mit Botanik beschäftigt, sammelte seltene Pflanzen und befaßte sich bereits mit der Entomologie (Insektenkunde).
1907 trat Uhmann sein Probejahr als Lehrer in Chemnitz an und kam ein Jahr später an die Stollberger Realschule. Von 1923 bis 1943 war er Lehrer an der Oberschule in unserer Stadt, dann trat er in den Ruhestand.
Neben der pädagogischen Tätigkeit ging Uhmann zielstrebig seinen vielseitigen naturwissenschaftlichen Interessen nach, unternahm ungezählte Wanderungen und Streifzüge durch die engere Heimat wie auch Reisen nach Österreich, Italien, Frankreich und in die Schweiz.
Gemeinsam mit zwei Leipziger Freunden, die unermüdliche fanatische Sammler der Erdfauna der Kleinkäfer waren, machte er sich die Erforschung der boreoalpinen Käferfauna des Erzgebirges, der Eiszeitrelikte zur Forschungsaufgabe.
1926 erschien sein erster Beitrag zur Kenntnis der Hispinae, einer Unterfamilie der Blattkäfer, und auf Anraten von Dr. Walter Hörn, dem damaligen Direktor des Deutschen Entomologischen Instituts Berlin-Dahlem, begann er die Arbeiten des verstorbenen Julius Weise über die Hispinen fortzusetzen.
Über 220 Arbeiten zeugen von der umfassenden Forschertätigkeit Erich Uhmanns, der als Stollberger Freizeitentomologe ein international anerkannter Spezialist der Käferforschung geworden war und schon zu Lebzeiten hinsichtlich der Hispinen, neben einem auf Hawaii lebenden Amerikaner, als einziger Experte auf der ganzen Welt galt. Selbst während des zweiten Weltkrieges erschienen seine Arbeiten im Ausland, so u.a. in Genua, Stockholm, Riga und London - alle in deutscher Sprache. Nach Kriegsende erschienen bis 1948 Arbeiten in Brüssel, Am sterdam und Rio de Janeiro. Der bescheidene Pädagoge führte einen umfangreichen Schrift wechsel mit Forschern, Museen und Instituten vieler Länder, und sorgfältig verpackt kamen im erzgebirgischen Stollberg Käfer an. So unter suchte er Käfer des brasilianischen Urwaldes, des Kongo-Urwaldes und der fernen Insel Mauritius.
Anläßlich seines 80. Geburtstages wurde er am 13. November 1961 in Anerkennung seiner systematischen wissenschaftlichen Tätigkeit durch die Berliner Humboldt-Universität geehrt. Als Vertreter des Rektors dieser Universität überreichte Professor Dr. Erdmann eine Urkunde mit folgendem Wortlaut: "Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin verleiht unter dem Rektorat des Professors mit Lehrstuhl für angewandte Mathematik Dr. phil. Kurt Schröder und unter dem Dekanat des Professors mit Lehrstuhl für Mathematik Dr. phil. Heinrich Grell Herrn Erich Uhmann, Stollberg - Sachsen - in Würdigung seiner außerordentlichen Verdienste um die Hispinen-Forschung, die in 205 wissenschaftlichen Beiträgen und den beiden Bänden Chrysomelidae 1957/58 ihren Niederschlag gefunden haben, den Grad eines Doktors der Natur wissenschaften ehrenhalber."
Als Stollberger Käferdoktor ist er anerkannt und in die Geschichte der Stadt, in der er am 15. Januar 1968 verstarb, eingegangen. Er war ein Forscher von internationalem Rang, von dessen Forschungsergebnissen auch die Landwirtschaft zahlreicher Länder profitierte

Ehrenfried W. Graf von Tschirnhaus

Philosoph, Mathematiker und Chemiker. Aufgrund seiner umfassenden Gelehrsamkeit war er einer der bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit. Tschirnhaus ist Miterfinder des Meißner Porzellans.
Tschirnhaus wurde am 10. April 1651 auf Schloss Kieslingswalde bei Görlitz geboren. Seit 1669 studierte er in Leiden Jura, Medizin, Mathematik, Naturwissenschaften und Philosophie, wobei ihn besonders René Descartes beeinflusste. 1673 kam er mit Baruch Spinoza in Kontakt, 1675 in Paris mit Gottfried Wilhelm Leibniz und Christiaan Huygens. Nach Reisen durch Europa kehrte Tschirnhaus 1679 wieder in seine Heimat zurück. Hier führte er bemerkenswerte mathematische Untersuchungen und physikalische Experimente durch, insbesondere mit großen Brennspiegeln. 1682 wurde er in Paris als erster Deutscher auf Empfehlung Colberts zum Mitglied der Académie des Sciences ernannt. Seit diesem Jahr war er auch Mitarbeiter der Acta Eruditorum. Seiner Ehe mit Eleonore von Lest entstammten fünf Kinder. Nach dem Tod seines Vaters 1684 übernahm Tschirnhaus die väterlichen Güter. Kanzler der Universität Halle zu werden, lehnte er ab.
1687 veröffentlichte Tschirnhaus sein philosophisches Hauptwerk Medicina mentis (1687), das er Ludwig XIV. widmete. Es ist eine auf physikalische Prinzipien beruhende Wissenschaftslehre, die von Hobbes beeinflusst ist und Leibniz bzw. Christian Wolff beeindruckte, mit dem er 1705 bekannt wurde. Als Grundlage allen wissenschaftlichen Verfahrens werden hier genaue Beobachtung und allgemein verständliche Formulierungen gefordert. Weil Tschirnhaus die Regeln des menschlichen Geistes (logisches Denken, deduktives Verfahren und mathematische Methoden) gegen die Schulmetaphysik seiner Zeit stellte, wurde ihm Atheismus vorgeworfen. Tschirnhaus rechtfertigte sich in Analogie zu Descartes: Die empirischen Wissenschaften beruhen auf der Physik, die eine göttliche Wissenschaft ist, da die Naturgesetze von Gott, der in der Welt wirkt, herrühren. Ähnlich formulierte er in anderen, zumeist auf Latein publizierten Werken. Bekannt wurde auch seine Gründliche Anleitung zu den nützlichen Wissenschaften (1700).
Beim sächsischen Hof setzte Tschirnhaus die Errichtung von Glashütten durch. Auch beschäftigte er sich mit dem Abbau von Edelgestein sowie der Konstruktion und dem Schleifen der nach ihm benannten Brennlinsen. Bei seinen Versuchen mit Brennspiegeln und -linsen glückte ihm 1693 die Einschmelzung des ersten europäischen Porzellans, woran der Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen großes Interesse zeigte. Tschirnhaus starb am 11. Oktober 1708 in Dresden. Johann Friedrich Böttger, einer seiner Schüler, entwickelte später die fabrikmäßige Porzellanherstellung

Robert Alexander Schumann

Deutscher Komponist, einer der wichtigsten Vertreter der deutschen musikalischen Hochromantik.
Schumann wurde am 8. Juni 1810 im sächsischen Zwickau geboren und erhielt bereits mit sieben Jahren Klavierunterricht. Trotz seiner musikalischen Neigungen begann er zunächst ein Jurastudium in Leipzig. Als Sohn eines Buchhändlers fühlte er sich früh von der Literatur angezogen, besonders von den Werken der Romantiker E. T. A. Hoffmann und Jean Paul. 1830 brach er sein Jurastudium ab, um sich ganz der Musik widmen zu können. Er nahm Klavierunterricht bei Friedrich Wieck, wurde aber durch eine Fingerverletzung gezwungen, von der angestrebten Laufbahn als Pianist abzusehen, und wandte sich in der Folge dem Komponieren und der Musikschriftstellerei zu. 1834 gründete er, im Bestreben die künstlerische Philisterei seiner Zeit zu bekämpfen, die Neue Zeitschrift für Musik, die er bis 1844 herausgab. Schumann heiratete 1840 die Pianistin Clara Josephine Wieck, die Tochter seines ehemaligen Lehrers. Unter ihrem Ehenamen Clara Schumann wurde sie die bedeutendste Interpretin seiner Klavierwerke. 1843 wurde Schumann in den Lehrkörper des neu gegründeten Leipziger Konservatoriums berufen, trat aber nach mehreren Intrigen gegen ihn von seinem Posten zurück. 1850 wurde er zum städtischen Musikdirektor in Düsseldorf ernannt, doch ein psychisches Leiden zwang ihn, das Amt 1854 niederzulegen. Im selben Jahr unternahm Schumann einen Selbstmordversuch und wurde daraufhin in eine Nervenklinik bei Bonn eingewiesen, wo er am 29. Juli 1856 starb.
Schumann, der in seinen Anfangsjahren fast ausschließlich Klavierwerke komponierte, legte seine musikalischen Positionen in der Neuen Zeitschrift für Musik den beiden imaginären Figuren Florestan und Eusebius in den Mund, mit deren Pseudonymen er seine Rezensionen und Essays zeichnete, und die er in Form musikalischer Porträts in der Klaviersuite Carnaval (1834/35) verewigte. Ab 1840 begann Schumann mit der Komposition von Liedern, die allgemein als seine großartigsten Werke und Höhepunkte dieser Gattung angesehen werden. In diesem Jahr schrieb er insgesamt 138 Lieder, darunter den Liederkreis op. 39 (nach Texten von Joseph von Eichendorff), Myrthen (mit Texten verschiedener Dichter), Frauenliebe und -leben (nach Texten von Adelbert von Chamisso) und Dichterliebe (nach Texten von Heinrich Heine). Darin gelang es ihm besonders, psychologische Nuancen herauszuarbeiten, indem er der Klavierbegleitung den gleichen Raum gab wie der Singstimme, um die Stimmungen eines Gedichts auszudrücken.
Schumanns Klavierwerke sind häufig Vertonungen literarischer Themen und Formen. Mit wenigen Ausnahmen, wie der Fantasie C-Dur (1836) und den Études Symphoniques (1854), bestehen seine ausgereiftesten Klavierwerke aus Zyklen kurzer Stücke, in denen eine lyrische Idee in einem beschränkten Rahmen entwickelt wird. Neben dem Carnaval gehören dazu die Papillons (1829-1831), die Kinderszenen (1838), die Kreisleriana (1838) und das Album für die Jugend (1848).
In seinen größer angelegten Werken gelang Schumann selten jene Einheit der Darstellung, die seine Lieder und Klavierstücke auszeichnet. Dies trifft vor allem auf die 1. Sinfonie (1841) zu. Schumanns Kammermusikwerke hingegen zählen zu den bedeutendsten Kompositionen dieses Genres im 19. Jahrhundert, vor allem das Klavierquintett (1842), das Klavierquartett (1842) und die drei Streichquartette. Als eines der bedeutendsten Werke innerhalb dieser Gattung gilt auch das Klavierkonzert a-Moll (1841-1845). Schumann schrieb neben Liedern, Kammer- und Klaviermusik, vier Sinfonien, das Oratorium Das Paradies und die Peri (1843) und die wenig erfolgreiche Oper Genoveva (1847/48)

Gotthilf Heinrich Schubert

Schubert, Gotthilf Heinrich (1780-1860), Naturwissenschaftler, Arzt und Philosoph. Seine Seelenlehre (Die Symbolik des Traumes, 1814 und Die Geschichte der Seele, 1830) wirkte durch ihre Auseinandersetzung mit dem Unbewussten auf die Literatur der deutschen Romantik, namentlich auf Heinrich von Kleist und E. T. A. Hoffmann.
Schubert wurde am 26. April 1780 im sächsischen Hohenstein (heute Hohenstein-Ernstthal) geboren und war von 1809 bis 1816 als Schuldirektor in Nürnberg tätig. 1819 wurde er auf den Lehrstuhl für Naturgeschichte der Universität Erlangen berufen. 1827 folgte er einem Ruf an die Universität München. 1853 wurde der Philosoph geadelt. Er starb am 1. Juli 1860 in Laufzorn. Während seiner Münchner Lehrtätigkeit entwickelte Schubert eine natur- und geschichtsphilosophische Theorie, in deren Zentrum die Idee eines universal-harmonischen Weltganzen steht (Die Geschichte der Natur, 3 Bde., 1835-1837). Sein Denken steht deutlich unter dem Einfluss der Philosophie vor allem Friedrich Wilhelm Schellings, aber auch Franz von Baaders, die zur gleichen Zeit wie Schubert in München lehrten

Gunda Röstel

Röstel, Gunda (*1962), Politikerin, Parteivorstandssprecherin von Bündnis 90/Die Grünen (seit 1996).
Gunda Röstel wurde am 13. Januar 1962 im sächsischen Hohenstein-Ernstthal geboren. Sie studierte Sonderpädagogik in Rostock und war anschließend ab 1985 an der Sonderschule in Flöha (Sachsen) tätig, seit der politischen Wende in der DDR 1990 als Direktorin. 1989 begründete sie das Neue Forum in Flöha mit, wurde 1990 in den Kreistag gewählt, dem sie bis 1994 angehörte, und engagierte sich ab 1992 im sächsischen Landesvorstand von Bündnis 90, in dem das Neue Forum aufgegangen war und das Ende 1992/Anfang 1993 mit den westdeutschen Grünen zu Bündnis 90/Die Grünen fusionierte. 1993 wurde sie Landessprecherin von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen, stellte ihren Führungsposten nach der verlorenen Landtagswahl in Sachsen 1994 wieder zur Verfügung, kehrte aber 1996 als Beisitzerin in den Vorstand zurück.
Auf Empfehlung ihrer Parteifreunde aus den neuen Bundesländern wurde Gunda Röstel im Dezember 1996 zur Sprecherin des Bundesvorstands (d. h. Parteivorsitzenden) gewählt, als gleichberechtigte Amtskollegin von Jürgen Trittin im Bundesvorstand. Nach dem Wahlerfolg von Bündnis 90/Die Grünen und SPD bei den Bundestagswahlen im September 1998 war sie wesentlich an der Ausarbeitung des rot-grünen Koalitionsvertrages beteiligt. Im Dezember 1998 wurde Gunda Röstel als Repräsentantin des „realpolitischen” Flügels von der Bundesdelegiertenkonferenz in ihrem Sprecheramt bestätigt; als neue Kollegin wurde ihr Antje Radcke vom „linken” Flügel beigestellt.
Vor dem Hintergrund der parteiinternen Auseinandersetzung um eine Reform der Parteistruktur, insbesondere auch die Aufhebung der strikten Trennung von Amt und Mandat, erklärte Gunda Röstel im März 2000 ihren Verzicht auf eine weitere Kandidatur für das Sprecheramt oder ein sonstiges Vorstandsamt. Mit ihrem Verzicht wollte sie, die eine Aufhebung der Trennung von Amt und Mandat nachdrücklich befürwortete, nach eigener Aussage einen inhaltlichen und personellen Neuanfang der Partei erleichtern. Zu ihrem Nachfolger in einem der beiden Sprecherämter wählte der Parteitag von Bündnis 90/Die Grünen im Juni 2000 Fritz Kuhn

Joachim Ringelnatz

Jugendschriftstellers Georg Bötticher in Wurzen (Sachsen) geboren. Nach vorzeitigem Schulabbruch führte er ein unstetes Wanderleben: So verdingte er sich zunächst als Schiffsjunge und Matrose, Erfahrungen, die er später in Was ein Schiffsjungen-Tagebuch erzählt (1911) verarbeitete. Danach absolvierte er in Hamburg eine Kaufmannslehre, ging nach England (wo er als Hausmeister arbeitete), wurde Lehrling in einer Dachpappenfabrik und war schließlich in einem Münchner Reisebüro angestellt. 1909 wurde Ringelnatz „Hausdichter” des prominenten Münchner Künstlerlokals Simplicissimus, wo er seine grotesk-hintersinnigen Verse vortrug und Frank Wedekind, Erich Mühsam und andere Schwabinger Literaten kennen lernte. Durch sie ermuntert, folgten Veröffentlichungen diverser Gedichtbände (Die Schnupftabakdose. Stumpfsinn in Versen und Bildern von Hans Bötticher und Richard Seewald, 1912) und Erzählsammlungen (Ein jeder lebt’s. Novellen von Hans Bötticher, 1913). Seinen Lebensunterhalt verdiente sich Ringelnatz als Bibliothekar und Fremdenführer.
Während des 1. Weltkrieges war Ringelnatz bei der Marine. 1920 kam er als Autor und Schauspieler zu Hans von Wolzogens Berliner Kleinkunstbühne „Schall und Rauch”. Ein Jahr zuvor hatte er sich den Beinamen Ringelnatz (Seemannsausdruck für Seepferdchen) zugelegt. Seine in Bänkelsang- und Moritatenton vorgetragenen, grotesk-satirischen, teils frivolen Gedichte (Turngedichte, 1920) machten ihn auch auf Gastspielreisen bekannt und brachten ihm die Anerkennung etwa von Alfred Polgar, Hermann Hesse, Ernst Rowohlt, Kurt Wolff, Alfred Flechtheim oder Asta Nielsen. Vor allem die dezidiert autobiographische und bald legendäre Figur des Seemanns Kuddel Daddeldu (Kuddel Daddeldu oder Das schlüpfrige Leid, 1920; erweitert 1923) wurde zu seinem Alter Ego. Vor allem hier zeigte er sich als zwischen Tiefsinn und Unsinn schwankendes Künstleroriginal. In seiner umfangreichen Korrespondenz allerdings treten auch verzweifelt-pessimistische Wesenszüge ans Licht, die seinen permanenten Existenzkampf widerspiegeln. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 durfte Ringelnatz nicht mehr auftreten. Verarmt erlag er am 17. November 1934 einem Lungenleiden. Autobiographisches enthalten die Bände Gustav Hester. Als Mariner im Kriege (1928) und Mein Leben bis zum Kriege (1931).

Adam Ries

Unter den zahlreichen Spezialisten, die der Bergbau nach Annaberg lockte, war 1523 auchAdam Ries. In Staffelstein (Franken) geboren, kam er über Erfurt nach Annaberg. Zu diesem Zeitpunkt war er schon ein bekannter Rechenmeister. Während seiner Erfurter Zeit hatte er begonnen, Rechenbücher zu publizieren. Für sein Werk , "Rechnung auff der Linien vnd federn" sind bereits 120 Auflagen nachgewiesen.
Im Annaberger Raum bekleidete er mehrere Ämter, so auch u.a. als Gegenschreiber.
Seine eigentliche Bedeutung erlangte er durch sein Wirken für die allgemeine Verbreitung der Rechenkunst. Im jetzigen Adam-Ries-Museum richtete er eine Rechenschule ein. Damit half er wesentlich, ,,dem gemeynen man", die Rechenkunst zu erschließen. An das Wirken dieser bekannten Persönlichkeit erinnert eine Büste des Bildhauers Robert Henze, die sich an der Trinitatiskirche befindet.
Die Originalhandschrift der Coß von Adam Ries, ein Meisterwerk der Algebra, wird im Erzgebirgsmuseum aufbewahrt. Die Qualität seiner Rechenbücher machten ihn weit über seinen Tod ( 1559 ) hinaus im ganzen Land bekannt

Lars Riedel

Riedel, Lars (*1967), deutscher Leichtathlet. Mit einem Olympiasieg, vier Weltmeister- und einem Europameistertitel war er der dominierende Diskuswerfer der neunziger Jahre.
Riedel wurde am 28. Juni 1967 in Zwickau (Sachsen) geboren. Er begann bereits im Kindesalter mit der Leichtathletik. Ab Mitte der achtziger Jahre entwickelte er sich zum dominierenden Diskuswerfer der DDR bei den Junioren. Sein erster großer internationaler Erfolg war der Gewinn des Weltmeistertitels 1991 in Tokyo. Bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 scheiterte er als hoher Favorit bereits in der Qualifikationsrunde; den Rest der Saison zeigte er sich wieder in sehr guter Form als Sieger beim Sportfest in Zürich und beim ISTAF in Berlin. Nachdem er mit dem Gewinn des WM-Titels 1993 in Stuttgart sein Ausnahmetalent bestätigt hatte, kehrte er 1994 vom USC Mainz zum LAC Chemnitz zurück. Bei der Leichtathletik-WM in Göteborg 1995 sicherte er sich den dritten Weltmeistertitel in Folge.
1996 krönte Lars Riedel bei den Spielen von Atlanta seine Karriere mit dem Olympiasieg; mit der Siegesweite von 69,40 Meter distanzierte er den Zweitplatzierten um fast drei Meter. Höhepunkt der Saison 1997 war die Weltmeisterschaft in Athen, wo Riedel zum vierten Mal Weltmeister im Diskuswurf wurde. Bei der Europameisterschaft in Budapest 1998 sicherte er sich seinen ersten EM-Titel vor dem Weltrekordhalter Jürgen Schult. Es folgten eine Bronzemedaille bei der WM 1999 in Sevilla und eine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney

Matthäus Daniel Pöppelmann

Pöppelmann, Matthäus Daniel (1662-1736), deutscher Baumeister. Pöppelmann wurde in Herford in Westfalen geboren und war seit 1686 in Dresden im Dienst des kursächsischen Hofes tätig. Dort wurde er 1705 Landesbaumeister des Kurfürsten von Sachsen und Königs von Polen, August des Starken (Friedrich August). Pöppelmann war in Dresden am Wiederaufbau der nach einem Brand 1685 zerstörten Neustadt beteiligt, ab 1703 am Bau des Großen Gartens. Seit 1705 fertigte er Entwürfe für das ebenfalls durch Feuer stark beschädigte Dresdener Schloss an. 1706 bis 1715 erbaute er das Taschenbergpalais. 1710 wurde er zu Studienreisen nach Wien, Prag und Rom geschickt. Einflüsse dieser Reisen, vor allem von Johann Lucas von Hildebrandt und Domenico Fontana, zeigen sich in seinen Entwürfen für das Schloss in Dresden. Ausgeführt wurde nur der als Zwinger bezeichnete Teil, der als Pöppelmanns Hauptwerk gilt und an der Wende vom Barock zum Rokoko steht (1709-1722). Der Figurenschmuck stammt von Balthasar Permoser. 1720 bis 1724 erbaute Pöppelmann Schloss Pillnitz an der Elbe (Wasser- und Bergschloss). 1728 schuf er die Augustusbrücke in Dresden (1907 abgebrochen)

Ruprecht Polenz

Deutscher Politiker (CDU ), Generalsekretär der CDU (2000).
Ruprecht Polenz wurde am 26. Mai 1946 in Denkwitz bei Bautzen (Sachsen) geboren. Nach Abitur und Wehrdienst studierte er ab 1968 in Münster Rechtswissenschaft; 1976 legte er das zweite juristische Staatsexamen ab, und in der Folgezeit war er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Steuerrecht der Universität Münster tätig. 1980 wechselte er als Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zur Industrie- und Handelskammer (IHK) Münster; 1984 übernahm er die Geschäftsführung der IHK Münster.
Seine politische Laufbahn begann Polenz 1968 im Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS); 1969 war er Mitglied des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) der Universität Münster, im folgenden Jahr Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Studentenschaften (ADS) und 1973 Landesvorsitzender des RCDS in Nordrhein-Westfalen. Von 1974 bis 1980 gehörte er dem Landesvorstand der Jungen Union Westfalen-Lippe an; daneben war er von 1975 bis 1994 Mitglied des Stadtrates von Münster und führte hier von 1984 bis 1994 die CDU-Fraktion. 1994 wurde Polenz in den Deutschen Bundestag gewählt, und bei den Bundestagswahlen 1998 konnte er, seit 1995 auch CDU-Kreisvorsitzender, seinen Wahlkreis Münster klar verteidigen. Im Bundestag gehörte Polenz, der dem liberalen Flügel der CDU zugerechnet wird, dem Auswärtigen Ausschuss sowie als stellvertretendes Mitglied dem Verteidigungsausschuss an.
Im April 2000 wurde Polenz im Rahmen der personellen Neuordnung der CDU-Parteiführung nach dem durch die Parteispendenaffäre bedingten Rücktritt Wolfgang Schäubles zum Generalsekretär der CDU gewählt; in diesem Amt folgte er Angela Merkel nach, die den Vorsitz der Partei übernahm und Polenz als neuen Generalsekretär vorgeschlagen hatte.
Nach nur sechs Monaten im Amt trat Polenz im Oktober 2000 bereits wieder als Generalsekretär zurück. Der Grund war wohl vor allem die mangelnde Fähigkeit Polenz’, zu polarisieren und programmatische Akzente zu setzen, die für die CDU in der Phase der Neukonsolidierung unabdingbar gewesen wären. Nachfolger im Amt des Generalsekretärs wurde Laurenz Meyer

Max Pechstein

(1881-1955), expressionistischer Maler und Graphiker, geboren in Zwickau. Nach einer Handwerkslehre studierte er an der Dresdner Kunstgewerbeschule und von 1902 bis 1906 an der dortigen Akademie. 1906 schloss er sich der Künstlervereinigung Die Brücke an und war 1910 Mitbegründer der Neuen Secession in Berlin. Ab 1923 lehrte Pechstein an der dortigen Akademie der Künste, erhielt jedoch während des Dritten Reiches als entarteter Künstler Berufsverbot. Nach 1945 wurde er Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Unter dem Eindruck einer Reise zu den Palauinseln in der Südsee (1913/14), die zur intensiven Auseinandersetzung mit der Kunst der Inselbewohner führte, malte er in hellen, unverdünnten Farben und kräftigen Pinselstrichen Landschaften, Stillleben, Porträts und Figurenbilder sowie Strandszenen. Seine durch den Fauvismus angeregte Neigung zum Dekorativen kommt sowohl in seinen Gemälden als auch in seinen graphischen Arbeiten zum Ausdruck

Thomas Müntzer

Deutscher evangelischer Theologe und Revolutionär (um 1490 bis 1525).  Müntzer wurde in Stolberg (Harz) geboren und studierte von 1506 bis 1512 Theologie in Leipzig und Frankfurt an der Oder. Nach 1514 erhielt er verschiedene Priesterstellen in Braunschweig, in Frose bei Aschersleben und 1520 in Zwickau. Dort lernte er Nicolaus Storch kennen, der sich zusammen mit anderen „Zwickauer Propheten” gegen den ungerechten Reichtum von Patriziern und Klerus empörte. Müntzer sympathisierte mit dieser Bewegung, die die Gewissheit eines Zeitalters der Gerechtigkeit in naher Zukunft verkündete (siehe Chiliasmus). Aufgrund von Auseinandersetzungen mit der Obrigkeit verließ Müntzer 1521 Zwickau und unternahm Missionsreisen nach Böhmen und nach Prag, wo er sein „Prager Manifest” verfasste, in dem er die Grundzüge seiner Theologie darlegte. 1523 erhielt Müntzer eine Pfarrstelle in Allstedt. Dort entwarf er die erste deutschsprachige Gottesdienstordnung, die das Ziel hatte, die Gemeinde in den Gottesdienst miteinzubeziehen.
Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen kam es zu Auseinandersetzungen mit dem Grafen Ernst I. zu Mansfeld, der seinen Untertanen den Besuch von Müntzers Gottesdiensten untersagte. Der Streit wurde vom obersten Kirchenherrn, dem Kurfürsten Friedrich entschieden, wobei Müntzer am 13. Juli 1524 vor einer Kommission seine so genannte Fürstenpredigt hielt. Auch hier vertrat er die These, dass Gerechtigkeit für alle Menschen vor dem Ende der Welt zu verwirklichen sei. Von großer Bedeutung war für Müntzer außerdem das Streben nach einer mystischen Gotteserfahrung als Weg zur Offenbarung Gottes und – wie bei Luther – das reformatorische Schriftprinzip sola scriptura, das die Bibel über die Autorität des kirchlichen Lehramtes stellte.
Da er vom Rat der Stadt politisch isoliert und von Luther in dessen Brief an die Fürsten zu Sachsen (1524) öffentlich angegriffen worden war, verließ Müntzer Allstedt und floh nach Mühlhausen (Thüringen) und später nach Nürnberg. In seiner Schrift Hochverursachten Schutzrede und Antwort wider das geistlose und sanftlebende Fleisch zu Wittenberg (1524) nahm er gegen Luther Stellung und vertrat nun die Ansicht, dass zur Durchsetzung seines Zieles einer gerechteren Ordnung Gewalt notwendig sei. 1525 kehrte er nach Mühlhausen zurück und unterstützte die Bauernaufstände, indem er eine bewaffnete Kampftruppe bildete (siehe Bauernkriege). Durch den Zusammenschluss einer Gruppe von Fürsten, die sogar verschiedene Konfessionen umfasste, konnte der Widerstand von circa 8 000 aufständischen Bauern gegen die Feudalgewalt niedergeschlagen werden. Müntzer, der ein Bauernheer anführte, wurde gefangen genommen, gefoltert und am 27. Mai 1525 hingerichtet

Gottfried Polycarpus Müller

Gottfried Müller wurde am 14. Juni 1684 als Sohn des Pfarrers Müller geboren. Nach der Schulausbildung, die der Vater, ein schriftstellerisch tätiger Theologe selbst durchführte, ging Müller 1701 nach Leipzig, um sich der Theologie und Philosophie zu widmen. Bereits zwei Jahre später, im Alter von 19 Jahren, erwarb er die Magisterwürde. 1705 ging er an die Universität Altdorf und beschäftigte sich intensiv mit dem Griechischen und den orientalischen Sprachen.
Es folgten mehrjährige Reisen nach Holland, wo er sich unter anderem auch mit dem Studium der kabalistischen Wissenschaften beschäftigte.
Er besuchte danach England und kehrte Anfang des Jahres 1708 in seine Heimat zurück und brachte neben einer nachhaltigen reeligiösen Anregung eine sehr gute Weltkenntnis, weltmännische Gewandtheit und Fertigkeit im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der wichtigsten moderenen Sprachen mit. Nach dem philosophischen und naturwissenschaftlichem Studium in Leipzig erlangte er im Januar 1714 die Habilitation als Magister legens (Privatdozent) und wurde 1716 zum außerordentlichen Professor der Beredsamkeit und Poesie befördert.
Neben seiner akademischen Arbeit ging Müller seinen umfangreichen schriftstellerischen Neigungen nach und trat ein in den Kampf für die Befreiung der Wissenschaften, im Besonderen der Philosophie und Staatslehre von der Bevormundung der orthodox-lutherischen Theologie wie für die Rechte dr Muttersprache und einer praktisch-weltlichen Bildung gegen den starren lateinischen Formalismus.
Am 8. Juli 1723 wurde er in sein neues Amt als Rektor des Gymnasiums Zittau eingeführt. Vier Jahre später besuchte Müller die Brüdergemeinde Herrnhut und trat mit Graf Zinsendorf in freundschaftlichen Kontakt. Wegen religiöser Auseinandersetzungen legte er im Mai 1738 vor dem versammelten Kollegium und seiner Prima das rektorat nieder und siedelte nach Herrnhut über.
Die Synode zu Gotha wählte ihn 1740 zum Bischof. In Marienborn wurde er im Juli ordiniert. 1744 wurde er zum Inspektor und kurz darauf zum Bischof der schlesischen Gemeinde ernannt. Müller verstarb am 17. Juni 1747 und wurde als "Bischof Polykary" auf dem Friedhof der Bürgergemeinde zu Neuensalz / Oder beerdigt

Moritz von Sachsen

Moritz von Sachsen (1521-1553), Herzog (seit 1541) und Kurfürst (1547-1553) von Sachsen. Moritz wurde am 21. März 1572 in Freiberg (Sachsen) geboren. 1541/42 führte Moritz in seinem Herzogtum eine neue, protestantische Kirchenordnung ein. Obwohl selbst Protestant, unterstützte er im Schmalkaldischen Krieg Kaiser Karl V. gegen seinen Vetter Johann Friedrich I. von Sachsen, einen der Führer des protestantischen Schmalkaldischen Bundes. Nach dem Sieg der Kaiserlichen über die Protestanten in der Schlacht bei Mühlberg erhielt Moritz in der Wittenberger Kapitulation von 1547 Kurlande und Kurwürde seines Vetters. 1552 setzte er sich an die Spitze einer Fürstenverschwörung gegen den Kaiser und sicherte sich durch den Vertrag von Chambord die Unterstützung Frankreichs gegen Karl V.; der Kaiser musste vor den Fürsten aus Innsbruck fliehen und im Passauer Vertrag vom 2. August 1552, den Moritz mit vorbereitet hatte, den Protestanten weit reichende religiöse Freiheiten einräumen. In der Schlacht bei Sievershausen am 9. Juni 1553 zur Durchführung der Reichsexekution gegen Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach wurde Moritz tödlich verwundet; er starb zwei Tage später. Moritz gründete die Fürstenschulen Pforta, Grimma und Meißen und ließ die Universitäten von Wittenberg und Leipzig ausbauen

Torsten May

May, Torsten (*1969), deutscher Boxer; 1991 Amateurweltmeister, 1992 Olympiasieger im Halbschwergewicht, als Profi 1999 Europameister im Cruisergewicht.
May wurde am 10. September 1969 in Glauchau (Sachsen) geboren und stammt aus einer boxbegeisterten Familie. Sein Vater Ulrich war aktiver Boxer, und sein sechs Jahre jüngerer Bruder Rüdiger gab 1994 ebenfalls sein Debüt als Berufsboxer. Das Management der beiden Brüder übernahm Wilfried Sauerland, der gemeinsam mit Trainer Manfred Wolke auch schon Henry Maske betreute.
Torsten May begann im Alter von zehn Jahren mit dem Boxen, zunächst angeleitet von seinem Vater. Nach drei Jahren wechselte er auf die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) und machte durch gezieltes Training rasch Fortschritte. 1987 wurde er DDR-Juniorenmeister und Spartakiadesieger und konnte erste internationale Erfahrungen sammeln. 1989 debütierte er in der DDR-Nationalmannschaft und konnte das renommierte TSC-Turnier in Berlin gewinnen. 1991 wurde er deutscher Meister und Weltmeister. Der größte Erfolg seiner Karriere war der Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona. Nach 153 Amateurkämpfen wurde May 1993 Profi und blieb in den ersten zehn Kämpfen im Cruisergewicht ungeschlagen. In seinem ersten Profi-WM-Kampf unterlag May im August 1996 gegen den US-Amerikaner Adolpho Washington.
Nachdem er wegen der Niederlage durch Aufgabe gegen den Schweizer Stefan Ahngern im Dezember 1997 in seiner Einstellung zum Boxsport in eine psychische Krise geraten war und sich mit Rücktrittsgedanken getragen hatte, feierte er im Oktober 1998 durch einen deutlichen Punktsieg gegen den Franzosen Pascal Warusfel ein erfolgreiches Comeback. Nach seinem Sieg gegen Adolpho Washington im Juni 1999 wurde May im November desselben Jahres Europameister im Cruisergewicht, nachdem er sich gegen den russischen Titelverteidiger Alexej Iljin durchgesetzt hatte. Im Januar 2000 musste er diesen EM-Titel jedoch wieder zurückgeben, da er wegen einer Verletzung die nächste Pflichtverteidigung nicht übernehmen konnte. Nach dem verlorenen EM-Kampf gegen den Ukrainer Alexander Gurow im April 2001 gab May seinen Rücktritt bekannt. In 22 Profikämpfen erreichte er eine Bilanz von 19 Siegen (10 davon durch K. o.) und drei Niederlagen

Karl May

May, Karl (1842-1912), Schriftsteller. Er ist der populärste Verfasser von Abenteuerromanen deutscher Sprache.
May wurde am 25. Februar 1842 als Sohn eines Webers in Ernstthal (Sachsen) geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Bis zu seinem fünften Lebensjahr war er blind, was sich beflügelnd auf Phantasie und Fabuliertalent ausgewirkt haben könnte. Er besuchte das evangelische Lehrerseminar Waldenburg und das Plauener Seminar, war jedoch nach dem Abschluss 1861 nur kurze Zeit als Hilfslehrer tätig. 1862 erstmals wegen eines Uhrendiebstahls verurteilt, verbrachte May die folgenden zwölf Jahre wegen verschiedener teils aus finanzieller Not verübter Eigentumsdelikte vorwiegend in Haft. Zwischen 1875 und 1877 wirkte er als Redakteur bei dem Verleger von Kolportageromanen Münchmeyer in Dresden und begann nebenbei seine Laufbahn als Schriftsteller.
Zunächst entstanden erzgebirgische Dorfgeschichten und Humoresken, die in Münchmeyers Deutschem Familienblatt und anderen Wochenschriften erschienen, 1882 bis 1885 folgten fünf erfolgreiche reißerisch-sentimentale Auftragsromane (Das Waldröschen u. a.) und die ersten der so genannten Reiseerzählungen. May gelangen dort farbige Schilderungen exotischer, zumeist in Nordamerika und im Vorderen Orient spielender Abenteuer mit markanten Typen und detailreichen, auf sorgfältigem Quellenstudium basierenden Natur- und Milieuschilderungen. Im Mittelpunkt standen zumeist dominante Heldenfiguren, mit denen der Icherzähler sich zunehmend selbst identifizierte, so etwa der „Westmann” Old Shatterhand und sein orientalisches Pendant Kara Ben Nemsi. Während dessen Komplementärfigur Hadschi Halef Omar zwar durch Mut und Witz glänzt, ansonsten aber deutlich unterlegen ist, entstand mit dem edlen Apachen Winnetou eine Idealgestalt, die bis heute als Prototyp des „edlen” Wilden schlechthin gilt. In Mays Selbststilisierung sind einerseits kindliche Allmachtsphantasien und Überlegenheitsdünkel wilhelminischer Prägung wirksam, andererseits tritt in den stets plakativ demonstrierten Moralvorstellungen eine durchaus integre naive Religiosität zutage. Deren simples Gut-Böse-Schema zieht, verbunden mit charakteristischen Spannungselementen – wie Gefangenschaft, Geheimnis und Zweikampf –, bis heute eine große Leserschaft an.

Den endgültigen schriftstellerischen und finanziellen Erfolg brachten May die 1882 begonnenen Buchausgaben der Reiseerzählungen (auch als Gesammelte Reiseerzählungen, 33 Bde., 1892), von deren Erlös er seine „Villa Shatterhand” in Radebeul erbaute. Bekannt wurden vor allem die im amerikanischen Westen angesiedelten Winnetou-Erzählungen (3 Bde., 1893) und Der Schatz im Silbersee (1894) sowie die sechsbändige Reihe der Orientabenteuer (Durch die Wüste, Durchs wilde Kurdistan, Von Bagdad nach Stambul, In den Schluchten des Balkan, Durch das Land der Skipetaren, Der Schut, 1892). In seinem Alterswerk wich die exotistisch-abenteuerliche Färbung einer mit privatmythischen Vorstellungen verknüpften, missionarischen Frömmigkeit (Im Reiche des silbernen Löwen, 1898; Babel und Bibel, 1906). Als wichtigstes Werk der letzten Schaffensperiode gilt die Reiseallegorie Ardistan und Dschinnistan (1909): „Die Erde sehnt sich nach Ruhe, die Menschheit nach Frieden, und die Geschichte will nicht mehr Taten der Gewalt und des Hasses, sondern Taten der Liebe verzeichnen.” Die Schauplätze seiner Romane besuchte May erst 1899/1900 (Orient) und 1908 (Amerika). 1910 erschien seine Autobiographie Mein Leben und Streben. Krankheit, Prozesse und die Scheidung von seiner ersten Frau Emma überschatteten die letzten Lebensjahre Mays, der am 30. März 1912 in Radebeul starb: Von einer Lungenentzündung, die er sich während der Fahrt zu einer von Robert Müller in Wien organisierten Lesung zugezogen hatte (May sprach vor mehr als 2 000 Menschen, darunter Bertha von Suttner, über das Thema Empor ins Reich der Edelmenschen), erholte er sich nicht mehr.
Die literarische Kritik bezog gegenüber dem bis heute auflagenstärksten deutschen Schriftsteller kontroverse Positionen. Während ihm Albert Ehrenstein, Georg Heym oder Robert Müller erzählerische Qualitäten zubilligten, wurde er von anderen radikal als „Schund”-Autor abgelehnt. Seit den sechziger Jahren beschäftigt sich auch die Literaturwissenschaft vermehrt mit dem Phänomen Karl May, nicht zuletzt auf Initiative der 1969 gegründeten Karl-May-Gesellschaft in Hamburg. Mehrere von Mays Texten wurden (vorwiegend in den sechziger Jahren, zumeist mit Pierre Brice als Winnetou) erfolgreich verfilmt, in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) finden seit 1952 jährlich die Karl-May-Festspiele mit Freilichtaufführungen statt. Auch in Elspe (Nordrhein-Westfalen) werden jährlich Dramatisierungen von Karl-May-Romanen inszeniert. In Radebeul und in Hohenstein-Ernstthal wurde ein Karl-May-Museum eingerichtet; in Hohenstein-Ernstthal befindet es sich in Mays Geburtshaus (hier existiert auch eine Stiftung)

Music

JA Teline IV
Grid-based Joomla! News portal approach

Health

JA Teline IV
JA Teline ii - Real Magazine Portal

Education

JA Teline IV
10 things you must know about JA Teline III

Style & Fashion

JA Teline IV
Things you must know about JA Teline IV

Entertainment »

Avatar
JA Teline V comming soon :))